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Holding gründen oder nicht? Wann sich eine Holding-Struktur für Unternehmer wirklich lohnt!

Veröffentlicht am 28. Mai 2026
Von Dennis Baaten, Steuerberater und Fachberater für Unternehmensnachfolge

Holding gründen: Steuerliche Vorteile richtig nutzen

Immer mehr Unternehmer beschäftigen sich mit der Frage, ob eine Holding-Struktur sinnvoll ist. Besonders bei wachsenden GmbHs, geplanten Unternehmensverkäufen oder dem Aufbau von Vermögen kann eine Holding erhebliche steuerliche Vorteile bieten.

In der Praxis erleben wir jedoch häufig, dass Holding-Strukturen vorschnell gegründet werden, obwohl sie im konkreten Fall keinen echten Mehrwert schaffen.

In diesem Beitrag erläutern wir, wann sich eine Holding tatsächlich lohnt, welche Vorteile bestehen und welche Fehler Unternehmer vermeiden sollten.

Was ist eine Holding überhaupt?

Bei einer Holding-Struktur hält eine Muttergesellschaft Anteile an einer oder mehreren operativen Gesellschaften.

Vereinfacht dargestellt:

  • Holding GmbH
    • Beteiligung an operativer GmbH
    • Beteiligung an weiteren Unternehmen
    • Vermögensverwaltung und Investitionen

Die operative Tätigkeit findet in der Tochtergesellschaft statt. Gewinne können unter bestimmten Voraussetzungen an die Holding ausgeschüttet werden.

Der größte Vorteil einer Holding

Der wichtigste steuerliche Vorteil besteht häufig darin, dass Gewinnausschüttungen zwischen Kapitalgesellschaften weitgehend steuerfrei erfolgen können.

Werden Gewinne aus einer operativen GmbH an eine Holding ausgeschüttet, sind regelmäßig lediglich 5 Prozent als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben zu versteuern.

Dadurch können erhebliche Liquiditätsvorteile entstehen.

Statt Gewinne privat zu entnehmen und sofort mit Einkommensteuer zu belasten, verbleiben die Mittel innerhalb der Unternehmensgruppe und können dort weiter investiert werden.

Unternehmensverkauf über eine Holding

Besonders interessant wird eine Holding häufig bei geplanten Unternehmensverkäufen.

Veräußert die Holding die Anteile an einer Tochtergesellschaft, kann der Veräußerungsgewinn unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls weitgehend steuerfrei bleiben.

Gerade bei Unternehmenswerten im sechs- oder siebenstelligen Bereich können sich dadurch erhebliche steuerliche Unterschiede ergeben.

Viele Unternehmer beschäftigen sich jedoch erst kurz vor einem geplanten Verkauf mit diesem Thema. In zahlreichen Fällen ist es dann bereits zu spät, um die optimale Struktur aufzubauen.

Wann lohnt sich eine Holding?

Eine Holding kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:

  • Gewinne regelmäßig im Unternehmen verbleiben sollen
  • weitere Unternehmen erworben werden sollen
  • Vermögen aufgebaut werden soll
  • Immobilieninvestitionen geplant sind
  • ein Unternehmensverkauf denkbar ist
  • mehrere Geschäftsbereiche voneinander getrennt werden sollen

Je höher die Gewinne und je langfristiger die Planung, desto größer kann der Nutzen einer Holding-Struktur sein.

Wann eine Holding keinen Sinn macht

Nicht jede GmbH benötigt eine Holding.

In folgenden Situationen ist eine Holding häufig kritisch zu prüfen:

  • sämtliche Gewinne werden privat verbraucht
  • dauerhaft geringe Gewinne
  • keine Wachstums- oder Investitionspläne
  • hoher Verwaltungsaufwand steht keinem wirtschaftlichen Vorteil gegenüber

Die Gründung einer Holding allein aus steuerlichen Gründen ist selten die richtige Entscheidung.

Entscheidend ist stets die individuelle Unternehmens- und Vermögensplanung.

Rechenbeispiel: Holding oder Einzelunternehmen?

Ein häufiges Suchthema ist der Vergleich zwischen Holding und Einzelunternehmen. Dabei wird oft übersehen, dass beide Strukturen steuerlich völlig unterschiedlich funktionieren.

Vereinfachtes Beispiel:

Ein Unternehmer erzielt einen Jahresgewinn von 200.000 Euro.

Einzelunternehmen

Der Gewinn wird unmittelbar dem Unternehmer zugerechnet und unterliegt der Einkommensteuer.

Je nach persönlichem Steuersatz können inklusive Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer schnell Steuerbelastungen von rund 40 bis 45 Prozent entstehen.

Bei einer angenommenen Gesamtbelastung von 42 Prozent verbleiben:

  • Gewinn: 200.000 Euro
  • Steuer: 84.000 Euro
  • Verbleibende Liquidität: 116.000 Euro

GmbH mit Holding

Die operative GmbH erzielt ebenfalls 200.000 Euro Gewinn.

Auf Ebene der operativen GmbH fallen zunächst Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer an. Vereinfacht verbleiben nach Steuern rund 140.000 Euro.

Diese 140.000 Euro können anschließend nahezu steuerfrei an die Holding ausgeschüttet werden. Dort stehen die Mittel für Investitionen, Beteiligungen oder Vermögensaufbau zur Verfügung.

Wichtig: Die Steuerersparnis entsteht nicht dadurch, dass auf operativer Ebene keine Steuern anfallen. Die operative GmbH zahlt ihre regulären Unternehmenssteuern. Der Vorteil liegt vielmehr darin, dass die Gewinne innerhalb der Unternehmensgruppe weiterverwendet werden können, ohne sofort privat versteuert werden zu müssen.

Typische Fehler bei Holding-Strukturen

In unserer Beratungspraxis begegnen uns regelmäßig folgende Fehler:

Holding erst kurz vor dem Unternehmensverkauf gründen

Oft wird die Struktur erst dann aufgebaut, wenn bereits Verkaufsverhandlungen laufen.

Fehlende Gesamtplanung

Die Holding wird gegründet, ohne spätere Investitionen, Ausschüttungen oder Nachfolgeregelungen zu berücksichtigen.

Der häufigste Irrtum: Gewinne auf operativer Ebene seien steuerfrei

Dies ist einer der verbreitetsten Fehler überhaupt.

Viele Unternehmer gehen davon aus, dass mit einer Holding-Struktur die Gewinne der operativen GmbH steuerfrei vereinnahmt werden können. Das ist falsch.

Die operative Gesellschaft zahlt weiterhin Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf ihre Gewinne. Die Holding sorgt nicht dafür, dass diese Steuern entfallen.

Der eigentliche Vorteil besteht darin, dass bereits versteuerte Gewinne anschließend nahezu steuerfrei an die Holding ausgeschüttet und dort reinvestiert werden können. Dadurch wird die private Besteuerung häufig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Vermischung privater und betrieblicher Vermögenswerte

Gerade bei Immobilien oder Wertpapierinvestitionen entstehen häufig vermeidbare Risiken.

Unterschätzung des Verwaltungsaufwandes

Jede zusätzliche Gesellschaft verursacht laufende Pflichten, Buchhaltungskosten und Jahresabschlüsse.

Holding, GmbH oder Einzelunternehmen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Gewinnhöhe
  • Entnahmeverhalten
  • Familienstruktur
  • geplante Investitionen
  • Nachfolgeplanung
  • Unternehmensziele

Eine individuelle Analyse ist regelmäßig sinnvoller als pauschale Empfehlungen aus sozialen Medien oder Internetforen.

Steuerberater für Holding-Strukturen in Mülheim und Duisburg

Die steuerliche Gestaltung von Holding-Strukturen gehört zu den anspruchsvolleren Bereichen der Unternehmensbesteuerung.

Als digitale Steuerberatungskanzlei beraten wir Unternehmer aus Mülheim an der Ruhr, Duisburg und dem gesamten Ruhrgebiet bei der Planung, Gründung und laufenden Betreuung von Holding-Strukturen.

Dabei betrachten wir nicht nur steuerliche Aspekte, sondern auch Unternehmensnachfolge, Vermögensaufbau und zukünftige Investitionsstrategien.

Fazit

Eine Holding kann erhebliche steuerliche und wirtschaftliche Vorteile bieten. Gleichzeitig ist sie kein Selbstzweck.

Entscheidend ist eine frühzeitige und individuell abgestimmte Planung.

Wer eine Holding ausschließlich gründet, weil dies aktuell häufig in sozialen Medien empfohlen wird, riskiert unnötige Kosten und Fehlentscheidungen.

Wer hingegen langfristig Vermögen aufbauen, Unternehmen erwerben oder einen späteren Unternehmensverkauf vorbereiten möchte, sollte die Möglichkeiten einer Holding-Struktur frühzeitig prüfen lassen.

Sie möchten wissen, ob eine Holding für Ihre Situation sinnvoll ist?

Die DBTax Steuerberatungsgesellschaft mbH berät Unternehmer, Geschäftsführer und Gesellschafter aus Mülheim an der Ruhr, Duisburg und dem gesamten Ruhrgebiet bei der steuerlichen Strukturierung ihres Unternehmens.