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Abschreibung (AfA)

16. Juli 2026

Abschreibung einfach erklärt

Wer ein Gebäude, eine Maschine, einen Firmenwagen oder einen Computer kauft, darf die Anschaffungskosten steuerlich häufig nicht sofort vollständig als Betriebsausgabe oder Werbungskosten geltend machen. Stattdessen werden die Kosten über mehrere Jahre verteilt. Genau diesen Vorgang bezeichnet man als Abschreibung oder steuerlich als Absetzung für Abnutzung (AfA).

Die Abschreibung sorgt dafür, dass der tatsächliche Wertverlust eines Wirtschaftsguts über dessen Nutzungsdauer berücksichtigt wird. Gleichzeitig mindert sie den steuerpflichtigen Gewinn und damit oftmals auch die Steuerbelastung.


Das Wichtigste in Kürze

  • Abschreibungen verteilen Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf mehrere Jahre.
  • Die steuerliche Grundlage bildet insbesondere § 7 EStG.
  • Durch Abschreibungen sinkt der steuerpflichtige Gewinn.
  • Je nach Wirtschaftsgut gelten unterschiedliche Nutzungsdauern.
  • Für bestimmte Investitionen bestehen Sonderregelungen, beispielsweise Sonderabschreibungen oder Investitionsabzugsbeträge.

Was ist eine Abschreibung?

Unter einer Abschreibung versteht man die planmäßige Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines abnutzbaren Wirtschaftsguts auf dessen betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass viele Wirtschaftsgüter ihren Wert nicht sofort verlieren, sondern nach und nach verbraucht oder technisch überholt werden. Dieser Wertverlust wird steuerlich durch die Abschreibung berücksichtigt.

Zu den typischen abschreibungsfähigen Wirtschaftsgütern gehören:

  • Gebäude
  • Maschinen
  • Fahrzeuge
  • Computer
  • Büromöbel
  • Betriebseinrichtungen
  • Software
  • Photovoltaikanlagen

Nicht jedes Wirtschaftsgut ist jedoch abschreibungsfähig. Grundstücke beispielsweise unterliegen grundsätzlich keiner Abnutzung und werden daher steuerlich nicht abgeschrieben.


Warum gibt es Abschreibungen?

Die Abschreibung verfolgt zwei Ziele.

Zum einen soll sie den tatsächlichen wirtschaftlichen Werteverzehr eines Vermögensgegenstands abbilden. Zum anderen verhindert sie, dass hohe Investitionen den Gewinn eines einzelnen Jahres vollständig reduzieren.

Dadurch entsteht eine gleichmäßigere Gewinnermittlung über mehrere Jahre.


Welche Abschreibungsarten gibt es?

Lineare Abschreibung

Die lineare Abschreibung ist der Regelfall.

Dabei wird jedes Jahr derselbe Betrag abgeschrieben.

Beispiel

Ein Unternehmen kauft eine Produktionsmaschine für 48.000 Euro.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt acht Jahre.

Jährliche Abschreibung:

48.000 € ÷ 8 Jahre = 6.000 Euro

Jedes Jahr werden somit 6.000 Euro als Betriebsausgabe berücksichtigt.


Degressive Abschreibung

Bei der degressiven Abschreibung fallen die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren höher aus als später.

Diese Methode ist allerdings nur zulässig, wenn der Gesetzgeber sie ausdrücklich erlaubt.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wurde die degressive Abschreibung mehrfach befristet wieder eingeführt, um Investitionen zu fördern.


Sonderabschreibung

Für bestimmte Investitionen können neben der normalen Abschreibung zusätzliche Abschreibungsbeträge geltend gemacht werden.

Hiervon profitieren insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen.


Sofortabschreibung

Kleinere Wirtschaftsgüter können unter bestimmten Voraussetzungen sofort vollständig als Betriebsausgabe berücksichtigt werden.

Dadurch entfällt eine mehrjährige Abschreibung.


Wann beginnt die Abschreibung?

Die Abschreibung beginnt grundsätzlich mit dem Zeitpunkt, zu dem das Wirtschaftsgut betriebsbereit ist und tatsächlich genutzt werden kann.

Nicht entscheidend ist dagegen regelmäßig der Zeitpunkt der Bestellung oder der Rechnungsstellung.


Welche Wirtschaftsgüter können abgeschrieben werden?

Typische Beispiele sind:

WirtschaftsgutAbschreibung möglich
FirmenwagenJa
LaptopJa
MaschineJa
BüroeinrichtungJa
BetriebsgebäudeJa
GrundstückNein
BargeldNein

Praxisbeispiel

Eine Steuerberatungsgesellschaft richtet neue Büroräume ein.

Folgende Wirtschaftsgüter werden angeschafft:

  • Büromöbel für 18.000 Euro
  • Computer für 12.000 Euro
  • Server für 9.000 Euro

Da diese Wirtschaftsgüter über mehrere Jahre genutzt werden, werden die Anschaffungskosten nicht sofort als Aufwand verbucht, sondern entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Dadurch verteilt sich die steuerliche Entlastung auf mehrere Jahre.


Abschreibung bei Vermietungsobjekten

Auch Vermieter profitieren von Abschreibungen.

Beim Kauf einer vermieteten Immobilie kann der auf das Gebäude entfallende Kaufpreis regelmäßig über viele Jahre steuerlich abgeschrieben werden.

Der Grundstücksanteil bleibt dagegen unberücksichtigt, da Grund und Boden keiner Abnutzung unterliegen.

Gerade bei vermieteten Immobilien zählt die Gebäudeabschreibung zu den wichtigsten Werbungskosten.


Typische Fehler

In der Praxis treten häufig folgende Fehler auf:

  • Wirtschaftsgüter werden sofort als Aufwand gebucht, obwohl sie aktiviert werden müssten.
  • Die Nutzungsdauer wird falsch angesetzt.
  • Der Abschreibungsbeginn wird fehlerhaft bestimmt.
  • Grundstück und Gebäude werden nicht getrennt bewertet.
  • Sonderabschreibungen werden übersehen.

Praxistipp von DBTax

Vor größeren Investitionen sollte immer geprüft werden, welche steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bestehen.

Häufig lassen sich durch die Kombination aus Investitionsabzugsbetrag, Sonderabschreibung und regulärer AfA erhebliche Liquiditätsvorteile erzielen. Eine frühzeitige Planung kann deshalb die Steuerbelastung deutlich reduzieren.


Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet AfA?

AfA ist die Abkürzung für Absetzung für Abnutzung und bezeichnet die steuerliche Abschreibung eines Wirtschaftsguts.


Kann jedes Wirtschaftsgut abgeschrieben werden?

Nein. Nur abnutzbare Wirtschaftsgüter können grundsätzlich abgeschrieben werden. Grundstücke sind hiervon regelmäßig ausgenommen.


Muss jedes Unternehmen abschreiben?

Sobald abschreibungsfähige Wirtschaftsgüter angeschafft werden, müssen diese grundsätzlich nach den steuerlichen Vorschriften berücksichtigt werden.


Kann ich die gesamte Anschaffung sofort steuerlich geltend machen?

Das hängt von der Art und dem Wert des Wirtschaftsguts ab. Für bestimmte Wirtschaftsgüter bestehen Vereinfachungsregelungen, während andere über mehrere Jahre abzuschreiben sind.


Verwandte Begriffe

  • AfA
  • Anlagevermögen
  • Investitionsabzugsbetrag (IAB)
  • Sonderabschreibung
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
  • Bilanz
  • Betriebsausgaben
  • Herstellungskosten
  • Anschaffungskosten
  • Nutzungsdauer

Unser Beratungsangebot

Die optimale Gestaltung von Investitionen beginnt häufig bereits vor dem Kauf eines Wirtschaftsguts. Wir unterstützen Unternehmen, Freiberufler und Vermieter dabei, Abschreibungsmöglichkeiten optimal zu nutzen und steuerliche Gestaltungsspielräume auszuschöpfen.

Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin mit der DBTax Steuerberatungsgesellschaft mbH.